Rückblick

dreamstime_xs_21394283Lernen auf Distanz – die Vorteile oder vielmehr die Notwendigkeit dieser Idee nutzten Menschen schon vor vielen Jahrhunderten. Wissen gelangte mündlich, später auch schriftlich vom Lehrenden zum Schüler. Theoretisch vereinfachte das Versenden von Schriftstücken die Verbreitung der eigenen Lehren. In der Praxis war dies aus einer Vielzahl von Gründen allerdings nicht überall möglich. Einer, dessen Lehre nicht nur Entfernungen, sondern auch Jahrtausende überwand, ist der Apostel Paulus. Er wird heute als ein Vorreiter des Fernunterrichts angeführt, denn seine Lehren sandte er um 50 nach Christus in Briefen aus. Es ist sogar von einem Briefwechsel die Rede. Schon bald entwickelte sich der Briefwechsel zu konzeptionierten Lehrbriefen und weiteren Unterrichtsmaterialien weiter.
Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich das „Lernen durch Korrespondenz“ abseits des Campus in Westeuropa und den USA. Mit Unterstützung Queen Victorias ermöglichte die Universität von London als erste Einrichtung dieses Ranges im Jahre 1858 Fernkurse für weniger privilegierte Bildungsinteressierte. Anna Eliot Ticknor gründete 1873 die „Society to Encourage Studies at Home“, die erste Fernschule der USA. Eine weitere Besonderheit dieser Einrichtung bestand in der weiblichen Adressatengruppe dieser Schule. Fernschulen erleichterten den Bildungserwerb für Frauen, während der Zugang zu höheren Schulen weiterhin nur Männern vorbehalten blieb. Einen weiteren Meilenstein erreichte das „Chautauqua College of Liberal Arts” im Staate New York, dessen Fernstudienabschlüsse ab 1883 offiziell Anerkennung fanden. Obwohl die Effizienz der Fernlehre international stark diskutiert wurde, stiegen die Einschreibungsquoten in dieser Zeit stark und mit ihnen die Vielfalt der Kursangebote.

Etwas später, im Jahre 1913, besteht in Deutschland erstmals die Möglichkeit, an systematischem Fernunterricht teilzunehmen. Das „Rustinische Lehrinstitut für Selbstunterricht“ arbeitet mit Lehrbriefen als Grundlage des Selbstunterrichts nach der „Methode Rustin“. Die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) nimmt 1948 ihre Tätigkeit auf. 1974 entsteht die erste reine Fernuniversität in Hagen. Viele weitere private und öffentliche Einrichtungen folgen. Noch heute wächst das Kursangebot stetig.

Vom Briefwechsel bis zur modernen Mediennutzung wandelte sich Fernunterricht stark. Eine erste Welle der Technologisierung vollzog sich in den USA bereits um 1930, als das Radio zur Überwindung der Distanz zwischen Lehrer und Schüler Beliebtheit erlangte. In Deutschland veränderte die Nutzung des Telefonie- und Televisionspotenzials etwa in den 1960er Jahren die Aufbereitung des Lernstoffes. Eine weitere Welle eröffnete völlig neue Möglichkeiten des Distance Learning: die Zugänglichkeit des Internets. Das E-Learning unterstützt vielfältige Methoden des selbstständigen Lernens unter anderem durch individuelle, computerbasierte Lerntechniken, programmgesteuerte Kontrollinstrumente und die Einbindung verschiedener Medien zur Präsentation der Lerninhalte.

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