Personalmanagement in Sozialbetrieben

Sozialbetriebe mit klassischen Einnahmestrukturen, wie zum Beispiel die Abrechnung über Kranken- und Pflegekassen, beschäftigen natürlich bezahlte Mitarbeiter. Die Personalkosten haben sich hierbei aus den Einnahmen zu decken. Diese Betriebe rekrutieren ihre Mitarbeiter auf klassischem Wege via Stellenanzeigen, über das Arbeitsamt oder durch Kooperation mit Personalüberlassungsunternehmen. In diesem Sinne betreiben jene Sozialbetriebe auch ganz klassisches Personalmanagement, begonnen beim Einstellungsverfahren bis hin zur Mitarbeiterbewertung.

dreamstime_xs_21788457Anders sieht es hingegen beim Ehrenamt aus. Diese Tätigkeiten werden nicht bezahlt, sondern allenfalls mit Aufwandentschädigungen in bestimmten Fällen vergütet. Das Ehrenamt ist ein freiwilliges Engagement in einem bestimmten Bereich, der nicht auf das Geldverdienen ausgerichtet ist. Ehrenamtliche Sozialbetriebe müssen ganz spezielles Personalmanagement betreiben. Sie bekommen ihre Kräfte weder über das Arbeitsamt vermittelt, noch über Stellenanzeigen. Gerade Unternehmen im sozialen Bereich können nicht warten, bis sich Freiwillige für das Ehrenamt melden, wie es beispielsweise Kulturvereine tun. Dort geschieht die Mitgliederrekrutierung vorwiegend passiv über neue Vereinsbeitritte. Ehrenamtliche Tafeln, das Rote Kreuz und paritätische Institutionen jedoch haben einen hohen Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Sie gehen in der Regel aktiv auf potenzielle Mitarbeiter zu und suchen das persönliche Wort. So gelangen viele der fleißigen ehrenamtlichen Helfer bei den regionalen Blutspenden an ihre Aufgabe, weil sie selbst als Spender einmal angesprochen wurden. Auch die Tafeln tun das und andere Institutionen.

Personalmanagement ehrenamtlicher Kräfte

Es gestaltet sich nicht immer leicht, Menschen zu motivieren, die ihre Aufgabe freiwillig und unentgeltlich erfüllen. Hier hilft nur der Appell an das Menschliche, also an das gute Gefühl, das soziale Arbeit auch in einem selbst auslösen kann.

Selbstverständlich unterscheidet sich das Personalmanagement im Wesentlichen kaum dort, wo es um die Einhaltung klarer Regeln geht. Auch ehrenamtliche Kräfte haben sich an die Regeln des Sozialbetriebs zu halten. Allerdings fällt hier der Druck, den freie Unternehmen aufbauen können, indem sie mit Entlassung drohen, weg. Personalmanager müssen hier mehr denn je echte Überzeugungsarbeit leisten können und in der Lage sein, ihre Mitarbeiter wirklich von innen heraus zu motivieren.

In freien Unternehmen können es sich Personalchefs einfach machen und ihren Mitarbeitern mit Konsequenzen drohen, sollten sie ein bestimmtes Verhalten nicht abstellen bzw. ein besonders gewünschtes an den Tag legen. Das ist aber noch nicht unter der Kunst der Personalführung zu verstehen. „Mach das oder du fliegst!“ ist kein geeignetes Instrument, um jemanden zu motivieren, der ohnehin nicht für seine Aufgabe bezahlt wird. Hier sind Fingerspitzengefühl und echte Motivierungskunst gefragt. Man muss Überzeugungsarbeit leisten und in ehrenamtlichen Kräften – ganz im Sinne Augustinus‘ – „entzünden, was in einem selbst brennt.“

Ehrenamt: eine Frage der Ehre?

Wie motiviert man Kräfte, Aufgaben zu erfüllen, für die sie keine Bezahlung erhalten? Man appelliert in der Tat an das Ehrgefühl. Nur mit dem Begriff „Ehre“ lassen sich Handlungen erklären, die keinen materiellen Gegenwert erfahren. Dafür gibt es einen ideellen Gegenwert, eben eine Frage der Ehre. Es ist die persönliche Erfüllung, die der ehrenamtlich Tätige in seiner Aufgabe erfährt. Allerdings muss die Institution hier mehr denn je aufpassen, dass sich ehrenamtliche Kräfte wirklich voll und ganz mit dem Unternehmen identifizieren.

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