Nachfrager

Wer fragt soziale Arbeit nach?

Wer seine alten Eltern nicht mehr selbst pflegen kann, weil beide Partner berufstätig sind oder sein müssen, hat ein großes Bedürfnis nach einer optimalen professionellen Betreuung. Man möchte seine Eltern schließlich gut versorgt und nur in den besten Händen wissen. Wenn beide Partner darauf angewiesen sind, berufstätig zu sein, verzichtet man entweder auf Kinder oder benötigt eine perfekte Betreuungsform. Ebenso rauben die gestiegene berufliche Präsenz bzw. der stark erschöpfende Leistungsdruck, finanzielle Not und immer weiter steigende Lebenshaltungskosten, welche in unteren Einkommensschichten teilweise mehrere Arbeitsstellen notwendig machen, viel Zeit für das soziale Miteinander. In der Folge werden Heranwachsende vernachlässigt und bekommen schulische und soziale Probleme. Auch hier entsteht ein Bedürfnis nach Sozialarbeit, die das leistet, was alleinerziehende Mütter und Väter einfach organisatorisch oftmals nicht mehr leisten können: zuhören und füreinander da sein, Zeit haben.

Soziale Arbeit wird in allen gesellschaftlichen Schichten nachgefragt. Die Art des Angebots kann jedoch schichtabhängig variieren. So mag es in den unteren sozialen Schichten, in den sogenannten „sozialen Brennpunkten“, einen höheren Bedarf an Sozialarbeitern, Familienbetreuern und Streetworkern geben, während in der Mittel- und Oberschicht die Nachfrage eher bei medizinisch-pflegerischen und Betreuungsangeboten für Kinder liegt. Hier gibt es genauso wenig pauschale Erklärungen wie es pauschale Angebote von Sozialarbeit gibt.

dreamstime_xs_18334774Frauen haben als alleinerziehende Mütter – genauso wie alleinerziehende Väter – eine große Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen, möglichst ganztägig, damit sie weiter berufstätig sein können und nicht auf staatlich-finanzielle Unterstützung angewiesen sein müssen. Die mittelalte Generation fragt sehr stark Pflegeangebote für die eigenen Eltern nach, da die meist intensive Pflege in vielen Fälle nicht mehr geleistet werden kann und finanzielle Einbußen nicht hingenommen werden können. Zudem sind im Falle von Demenzerkrankungen und starker körperlicher Gebrechlichkeit den eigenen Familienangehörigen alleine schon fachliche Grenzen gesetzt, die sie als Laien kaum überschreiten können. Nicht selten überschreiten pflegende Angehörige die Grenzen ihrer Leistungskraft und erschöpfen zunehmend, was weder dem pflegenden Angehörigen, noch dem zu Pflegenden dient. Professionelle Pflege ist kompetent, versiert und besitzt die notwendige emotionale Distanz.

Nicht zu vergessen ist die gestiegene Nachfrage nach Bildungsangebote. Bildung beschränkt sich schon lange nicht mehr auf das Kindheits- und Adoleszenz-Stadium. Unsere Welt mit ihren rasanten technisch-multimedialen Fortschritten macht lebenslanges Lernen, Fort- und Weiterbilden notwendig. So gibt es Bildungsangebote für Erwachsene. Das moderne Berufsleben erwartet von den Arbeitnehmern eine ständige Bereitschaft, sich jederzeit veränderten Arbeitsbedingungen anpassen zu können. Da nicht alle Firmen auf eigene Kosten Weiterbildungsmaßnahmen leisten, bilden sich Menschen auf eigene Kosten fort und hoffen auf diese Weise, Fortschritte auf der beruflichen Karriereleiter machen zu können.

Der gestiegene Leistungsdruck führt ebenfalls zu einer Zunahme psychosozialer Phänomene wie Erschöpfungssyndrome und Depressionen. Hier setzt therapeutische Arbeit an. Sei es Individualtherapie wie die Psychotherapie oder eine Systemische Familien-Sozialtherapie bzw. verschiedene alternative Angebote. Die Nachfrage ist erheblich gestiegen. Auch viele Formen von Beratungsfunktionen, sei es eine Berufsberatung für noch unschlüssige Schüler, sei es eine Schwangerschaftsberatung vor einer geplanten Abtreibung, Sozialberatung, Schuldnerberatung … Beratung in allen möglichen Variationen wird sehr stark nachgefragt.

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