Sozialleistungen

Der Bedarf an Sozialer Arbeit ist in der modernen Gesellschaft stark gewachsen. Mit dem politischen Bestreben, immer weniger Staat zu haben und die Exekutive mehr und mehr zu verschlanken, werden auch viele Aufgaben, die früher staatliche Institutionen übernommen hatten, nicht mehr erfüllt. Der Bedarf nach ihnen ist allerdings weiterhin vorhanden. Betriebswirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen können diesen Bedarf nicht decken, da die damit verbundenen Dienstleistungen wirtschaftlich nicht sonderlich lukrativ erscheinen.

Die klassischen Wohlfahrtsverbände aus kirchlichen und weltlichen Trägerschaften können den gewachsenen Bedarf nicht mehr abdecken, den die Staatsverschlankung mit sich brachte. Insofern kann man die moderne Gesellschaft als Geburtshilfe für die Soziale Arbeit durch Sozialbetriebe ansehen. Es musste privates unternehmerisches Handeln möglich sein, das sich vollkommen von der Marktkonkurrenz abkoppelt und den gesellschaftlichen Nutzen vor alle Gewinne stellen kann.

dreamstime_xs_21075384Man muss dabei bedenken, dass sicherlich auch einige klassische Wirtschaftsunternehmen die Notwendigkeit sozialen und nachhaltig-ökologischen Handelns erkannt haben. Es ist nicht so, dass diese Betriebe nicht wollen. In einer globalisierten Wirtschaftswelt jedoch müssen diese Unternehmen nicht nur gegen regionale Konkurrenten, sondern darüber hinaus gegen weltweite Mitbewerber bestehen. Sie unterliegen damit glasklar mikroökonomischen Spielregeln, die perfekt zu beherrschen die Aufgabe des Managements ist. Jede noch so kleine Abweichung vom ökonomischen „Pfad der Tugend“ kann Kostenexplosionen und damit in der Folge Gewinneinbußen und im schlimmsten Falle Verluste nach sich ziehen. In globalen Märkten, in denen ohnehin sehr knapp kalkuliert wird, kann so etwas den „Todesstoß“ für ein Unternehmen bedeuten. Freie Wirtschaftsunternehmen befinden sich in einem „Hamsterrad“, in dem jede Pause oder jede Abweichung das Aus bedeuten kann. Mit dem Aus sind auch zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet, wie prominente Firmeninsolvenzen der jüngsten Zeit immer wieder deutlich vor Augen geführt haben. Am Wollen, ebenfalls etwas für den gesellschaftlichen Nutzen zu tun, scheitert es bei vielen mittelständischen Unternehmen nicht. Sie können in den meisten Fällen jedoch gar nicht so handeln, wie es sich Mitarbeiter und Management in Einzelfällen durchaus wünschen mögen.

Es sei denn, man tritt erst gar nicht in den Wirtschaftskreislauf, in das „Hamsterrad“ ein und macht sich von vorneherein frei von ökonomischen Ansprüchen. Das macht Sozialunternehmen konkurrenzlos, weil Konkurrenz in diesem Falle nicht behindert, sondern die Verbreitung des sozialen Gedankens verstärkt. Wer ein solches Unternehmen gründet, kann soziale Arbeit als Dienstleistung anbieten. Er braucht nur darauf achten, kostendeckend zu wirtschaften.

Typische Beispiele für Soziale Arbeit als Dienstleistung:

Während sich freie Wirtschaftsunternehmen gerne in solchen Marktbereichen positionieren, die für sie lukrativ sind, agieren Sozialbetriebe dort, wo gesellschaftlicher Bedarf besteht, unabhängig davon, ob das Geschäftsfeld gewinnversprechend ist oder nicht.

Das klassische Beispiel solcher sozialer Dienstleistungen ist das Streetworking. Hier gehen ausgebildete Sozialarbeiter auf die Straßen in Problembezirken und fungieren als Ansprechpartner für Jugendliche mit Gewalt- oder Drogenproblemen. Meistens kommen Streetworker von den Wohlfahrtsverbänden und weniger aus privaten Dienstleistungsbetrieben, da hier die Finanzierung sonst nicht gewährleistet wäre.

In der Alten- und Behindertenpflege jedoch trifft man sowohl auf kommunale, als auch private Einrichtungen und Betriebe der großen Wohlfahrtsverbände. Durch die gesetzliche Sozialversicherung können Leistungen direkt mit den Krankenkassen abgerechnet werden.
Die Jugendgerichtshilfe ist wiederum eine kommunale Institution an Amts- und Landgerichten. Sie ist dazu da, eine psychosoziale Einschätzung zur geistigen Reife jugendlicher Straftäter zu geben. Sie wird immer in Prozessen hinzugezogen, in denen Straftäter angeklagt sind, die noch unter 21 Jahre alt sind.

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